Menschenrechte - Ein Aufruf zum Handeln gegen Folter

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BWA-Generalratsbeschluss 1984.7

  1. Wir bekräftigen die grundlegenden christlichen Überzeugungen, die in der Resolution 1983.4 des Baptistischen Weltbundes zum Ausdruck kommen, die im Juli 1983 in der Republik Argentinien verabschiedet wurde, nämlich dass "die Menschenrechte gottgegeben sind und dass Verletzungen der Menschenrechte Verletzungen der Gesetze Gottes sind."
  2. Wir beobachten mit großer Sorge die Zunahme von Menschenrechtsverletzungen in diesem Jahrzehnt und insbesondere die Praxis der Folter in der heutigen Welt. Einem kürzlich erschienenen maßgeblichen Bericht zufolge wird die Folter von mehr als einem Drittel der Regierungen der Welt angewandt oder geduldet.
  3. So dankbar wir für den erneuerten Geist der Evangelisation unter den Baptisten sind, so sehr sind wir davon überzeugt, dass der baptistische Einsatz für die Menschenrechte, eine Begleiterscheinung der Evangelisation, noch weitgehend unzureichend ist. Wir bekräftigen unsere Überzeugung, dass wir als Christen in allen Dingen und Umständen aufgerufen sind, Jesus Christus als das Licht und die Hoffnung der Welt zu bezeugen. Da wir erkennen, dass Folter unvereinbar ist mit dem Wesen der menschlichen Person, die nach dem Bilde Gottes geschaffen ist, erklären wir, dass die Anwendung oder Duldung der Praxis der Folter völlig unvereinbar ist mit dem Aufruf Jesu zu verantwortlicher Nachfolge (Mt 5,44; 7,12; 22,37-40).
  4. Wir erklären darüber hinaus, dass es ein angemessener und richtiger Ausdruck der Souveränität Gottes durch Jesus Christus über unser Leben ist, offen zu sprechen und gegen Folter vorzugehen.
  5. Wir rufen daher die Baptisten dieser Allianz, die mehr als 34 Millionen Mitglieder zählen, dazu auf: 5.1 eine persönliche Entscheidung zu treffen, Folter in ihren verschiedenen Erscheinungsformen abzulehnen;

5.2 verurteilen Folter als unvereinbar mit der Lehre Jesu Christi, der geboten hat, dass man Feinde wie auch Nachbarn lieben soll (Mt 5,44 & 22,39) und dass man Menschen so behandeln soll, wie man selbst behandelt werden möchte (Mt 7,12);

5.3 fordern nicht nur konfessionelle Einrichtungen und Ortskirchen in unseren jeweiligen Ländern, sondern auch nationale und internationale ökumenische Organisationen auf, ihre Ablehnung der Folter öffentlich zu machen;

5.4 Informationen über fortgesetzte Menschenrechtsverletzungen durch die Praxis der Folter zu suchen und zu verbreiten, um Abhilfe in diesen Situationen zu schaffen;

5.5 die Verankerung wirksamer Verbote gegen Folter in nationalen und internationalen Gesetzen fördern;

5.6 unterstützen Sie Organisationen, die sich für die Abschaffung der Folter einsetzen;

5.7 die Verhafteten und Gefangenen zu besuchen (Mt 25,36), besonders diejenigen, die möglicherweise der Folter ausgesetzt sind, und ihren Familien Beistand zu leisten;

5.8 für die Schaffung jener Bedingungen der Verständigung und des Vertrauens zwischen Nationen oder politischen Gruppen zu kämpfen, unter denen die Anwendung von Folter und aller Formen von Gewalt abnimmt oder aufhört; und

5.9 beten wir ernsthaft, dass das Zeugnis der Christen in der ganzen Welt eine verändernde Wirkung sowohl auf diejenigen hat, die an der Praxis der Folter beteiligt sind, als auch auf diejenigen, die sich - passiv oder aktiv - dieser Praxis fügen.

Zitate

Originalquellen-Bibliografie: Claas, Gerhard, Herausgeber. Jahrbuch des Baptistischen Weltbundes 1984: Protokoll der Generalratssitzung und Verzeichnis. Washington, DC: Baptistischer Weltbund, 1984.

Originalquelle Fußnote/Endnote: Gerhard Claas, ed., Jahrbuch des Baptistischen Weltbundes 1984: Protokoll der Generalratssitzung und Verzeichnis (Washington, DC: Baptist World Alliance, 1984), S. 88-89.

Online-Dokument Vollzitat: BWA-Generalratsbeschluss 1984.7 Menschenrechte: Ein Aufruf zum Handeln gegen Folter; https://www.baptistworld.org/resolutions.

Im-Text-Online-Zitation: (BWA General Council Resolution 1984.7).

Weitere Informationen zu den Resolutionen der Baptist World Alliance finden Sie unter BaptistWorld.org/resolutions.

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